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    {"id":245,"date":"2015-10-31T22:30:23","date_gmt":"2015-10-31T22:30:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falco.at\/wordpress\/?page_id=245"},"modified":"2015-11-28T08:37:07","modified_gmt":"2015-11-28T08:37:07","slug":"der-aufstieg-zum-popstar","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.falco.at\/?page_id=245","title":{"rendered":"Der Aufstieg zum Popstar"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">Eines Tages &#8211; es war im Jahre 1980, das den Beginn seines Aufstiegs vom Szene-Bassisten zum internationalen Star markieren sollte &#8211; kam Falco mit einer selbst komponierten und getexteten Nummer zu einer Drahdiwaberl-Probe: &#8222;Ganz Wien&#8220;, ein sp\u00f6ttisches Werk \u00fcber die gerade im Aufschwung befindliche harte Drogenszene, pa\u00dfte aber nicht so recht in das Drahdiwaberl-Repertoire, weshalb diese Nummer bei Konzerten als Pausenf\u00fcller diente. Der Song, der definitiv als Reaktion auf von Falco Erlebtes entstand, kam in \u00d6sterreich auf den Index und durfte somit im Rundfunk nicht mehr gespielt werden. Wenn diese Nummer bei Live-Auftritten von Drahdiwaberl gespielt wurde, ging Falco mit seiner Ba\u00dfgitarre ganz nach vorne zum B\u00fchnenrand, und Stefan Weber trat in den Hintergrund. Das Publikum tobte bei dieser Nummer jedesmal vor Begeisterung, und bald wurde sie zum Kulthit der New-wave-Szene Wiens. Falco f\u00fchlte erstmals, was es denn hei\u00dft, vom Publikum umjubelt und geliebt zu werden. Damals wurde ihm klar, da\u00df er durchaus auch allein als Entertainer bestehen k\u00f6nnte.<br \/>\n1980 bekam Drahdiwaberl von Markus Spiegel, dem Chef des Wiener Kleinlabels GIG Records, das Angebot, die LP &#8222;Psychoterror&#8220; zu produzieren. Spiegel bezeichnete sie sp\u00e4ter einmal ironisch als &#8222;mein genialstes Werk&#8220;. Von wesentlich gr\u00f6\u00dferer Bedeutung f\u00fcr Markus Spiegel war aber sicherlich die Begegnung mit Falco. Markus Spiegel: &#8222;Als ich Falco bei einem Drahdiwaberl-Konzert in den Wiener Sophiens\u00e4len erstmals mit seiner Nummer ,Ganz Wien&#8216; sah, war mir klar, da\u00df ich ihn als Solok\u00fcnstler unter Vertrag nehmen wollte. Falco hat auf mich einen ungeheuer charismatischen Eindruck hinterlassen.&#8220;<\/p>\n<p>Markus Spiegel schlo\u00df mit Falco einen Vertrag als Solok\u00fcnstler \u00fcber drei LPs ab und brachte ihn mit dem Musikproduzenten und Soundmixer Robert Ponger zusammen. Ponger hatte im Sommer 1981 ein Lied f\u00fcr Reinhold Bilgeri, einen anderen bei Spiegel unter Vertrag stehenden K\u00fcnstler, geschrieben, das diesem aber nicht gefiel, und so spielte er Falco das Playback, zu dem es noch keinen Text gab, vor. Dieser war hellauf begeistert davon und sp\u00fcrte, das ist es. Er nahm das Band mit nach Hause und hatte in ein paar Tagen den Text dazu geschrieben: &#8222;Drah di net um, der Kommissar geht um &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Im Herbst 1981 kam die Single &#8222;Der Kommissar&#8220; auf den Markt, auf der R\u00fcckseite befand sich &#8222;Helden von Heute&#8220;, ein Song, zu dem Falco Text und Musik geschrieben hatte. Im November 1981 ist Falco mit seinem &#8222;Kommissar&#8220; Nummer 1 in \u00d6sterreich, zwei Monate sp\u00e4ter katapultiert ihn der heimische Aufstieg vom Kellermusiker zum Star auch in Deutschland an die erste Stelle der Hitparade. Die Plattenverk\u00e4ufe explodieren: Nummer 1 in fast ganz Europa, in Kanada wird die Single vergoldet, in der deutschsprachigen Fassung erreicht der Hit immerhin Platz 72 der amerikanischen Billboard-Charts, in der englischsprachigen Coverversion von After The Fire Platz 3. Durch den New Yorker Star-DJ Afrika Bambaataa, der wesentliche Starthilfe f\u00fcr Falco in den USA leistete, wird &#8222;Der Kommissar&#8220; in amerikanischen Clubs zum Szene-Hit. Sogar in Guatemala f\u00fchrt der Song die Hitparade an. &#8211; Der Hit ist allenthalben auf der Welt zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Weltweit wurden \u00fcber 7 Millionen Einheiten des &#8222;Kommissars&#8220; abgesetzt, von dem Falco sp\u00e4ter sagen wird, da\u00df er sich nie gedacht habe, da\u00df &#8222;Der Kommissar&#8220; international Erfolg haben k\u00f6nnte. Er habe aber nie Respekt vor dem amerikanischen Markt gehabt. &#8222;Es war an sich nur ein Fahren auf dem Zeitgeist-Expre\u00df, auf den ich nicht aufgesprungen bin, sondern den ich zu einem ger\u00fcttelt Ma\u00df selbst mit produziert habe.&#8220; Und Falco erregt tats\u00e4chlich gro\u00dfes Aufsehen in der Popszene. Es sind nicht nur seine genialen Texte, eine Mischung aus Hochdeutsch, Wienerisch und Englisch, es ist nicht nur seine von ihm entwickelte Kunstsprache, sondern es ist vor allem auch seine eigene Art zu singen, womit er der erste wei\u00dfe Rapper wird. Sp\u00e4ter bezeichnete er sich im engsten Freundeskreis gerne als &#8222;Godfather des wei\u00dfen Rap&#8220;.<\/p>\n<p>Auch das von Robert Ponger produzierte Album &#8222;Einzelhaft&#8220;, das 1982 auf den Markt kam, wurde ein Riesenerfolg. Falco gelang es mit Nummern wie &#8222;Helden von Heute&#8220;, &#8222;Auf der Flucht&#8220; und &#8222;Hinter uns die Sintflut&#8220;, das Lebensgef\u00fchl jener Tage pr\u00e4zise auszuformulieren, und war damit seiner Zeit weit voraus. Ein Jahr vor seinem Tod sagte Falco in einem Interview f\u00fcr den &#8222;Wiener&#8220;: &#8222;,Einzelhaft&#8216; kam aus dem Bauch und ist gefahren wie die H\u00f6lle. Es war mein bestes Album.&#8220; Falco tingelte 1982 mit seinem &#8222;Kommissar&#8220; allein um die ganze Welt, klapperte Sendestationen in Kanada und den Vereinigten Staaten ab, absolvierte haupts\u00e4chlich Playback-Auftritte in \u00fcberf\u00fcllten Diskotheken und Clubs, spielte aber auch kleinere Konzerte (Krone Gala) und ein Open Air in K\u00e4rnten. Sein Drahdiwaberl-Kollege und sp\u00e4terer Bandleader Thomas Rabitsch erinnert sich: &#8222;Er wurde ein Jahr lang rund um die Welt geschickt, ist von einem Hotelzimmer zum anderen, von einer Sendestation zur anderen gereist und als komplett anderer Mensch zur\u00fcckgekommen.&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.falco.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Falco_am_Balkon.jpg\" alt=\"Falco_am_Balkon\" width=\"200\" height=\"261\" class=\"alignnone size-full wp-image-799\" \/><\/p>\n<p>Anfang der achtziger Jahre sah sich Falco nach einem Manager um, den er in dem Deutschen Horst Bork fand. Durch den gro\u00dfen Erfolg seines Albums \u00e4nderte sich das Leben Hans H\u00f6lzels grundlegend. Sein Bekanntheitsgrad wuchs \u00fcber Nacht rasant an, und weil seine Adresse im Telefonbuch stand, wurde das Haus in der Ziegelofengasse zur Pilgerst\u00e4tte vor allem seiner weiblichen Fans. Regelm\u00e4\u00dfig stand eine Gruppe von Fans vor seiner Eingangst\u00fcre, die noch dazu mit Milchglasscheiben versehen war, durch die man, wenn Licht in der Wohnung brannte, hindurchsehen konnte. Das veranla\u00dfte Falco, seine Mutter zu bitten, ihm eine andere Wohnung zu suchen. Sie kam dieser Bitte gerne nach und fand in der Wiener Schottenfeldgasse im 7. Wiener Gemeindebezirk eine sch\u00f6ne 150 m2 gro\u00dfe Altbauwohnung f\u00fcr ihren Sohn, f\u00fcr die er sofort Feuer und Flamme war. Er pa\u00dfte sie seinen Bed\u00fcrfnissen entsprechend an und achtete beim Einrichten darauf &#8211; weil er unter der Enge seiner Wohnung in der Ziegelofengasse sehr gelitten hatte -, da\u00df die R\u00e4ume ihre Gro\u00dfz\u00fcgigkeit nicht durch zuviel M\u00f6blierung verlieren. Im hinteren Teil des Salons lie\u00df er sich ein schalldichtes Musikzimmer installieren.<\/p>\n<p>Wie so oft im Leben von Hans H\u00f6lzel folgte nach gro\u00dfen Erfolgen eine schwere Krise, die er immer \u00f6fter mit Alkohol zu bew\u00e4ltigen suchte. Falco: &#8222;Die Alkoholprobleme haben mit dem Erfolg, mit der Kohle begonnen. Wenn der Erfolg schneller w\u00e4chst, als die Seele mitwachsen kann, hat man Probleme. Glauben Sie mir das!&#8220; Die Angst, mit dem n\u00e4chsten Album beim Publikum nicht mehr jene Anerkennung zu finden, die er sich erhoffte, wurde immer gr\u00f6\u00dfer. Aufgrund der Arroganz, mit der er den Journalisten gegen\u00fcbertrat &#8211; sie war f\u00fcr ihn ein Schutzmantel, den er sich in Zeiten, in denen es ihm schlecht ging, reflexartig \u00fcberwarf -, wurde ihm von vielen Seiten zu verstehen gegeben, da\u00df es sich bei seiner erfolgreichen ersten Platte durchaus auch um eine Eintagsfliege handeln k\u00f6nnte. Es lastete also ein gro\u00dfer Leistungsdruck auf Falco, der ihm ein von Zw\u00e4ngen freies Arbeiten verwehrte. Er t\u00fcftelte sehr lange an den einzelnen Nummern, wollte sie \u00fcberperfekt machen und schob den Erscheinungstermin der LP immer wieder hinaus. Und Falcos Bef\u00fcrchtungen bewahrheiteten sich: Das 1984 ver\u00f6ffentlichte Album &#8222;Junge R\u00f6mer&#8220;, ebenfalls von Robert Ponger produziert, blieb weit hinter den Erwartungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>So manchen Kritiker ri\u00df dieses Album, dessen Nummern in ihrem k\u00fcnstlerischen Gehalt sicherlich am kompromi\u00dflosesten waren, zu wahren Jubelhymnen hin, jedoch d\u00fcrfte Falco viele seiner Fans mit der Hochwertigkeit und Pr\u00e4zision von Texten und Musik anscheinend \u00fcberfordert haben. Eine Zeitung schrieb vom &#8222;bestmi\u00dfverstandenen Album des Jahres&#8220;. In \u00d6sterreich wurden immerhin rund 50.000 St\u00fcck verkauft, international tat sich &#8222;Junge R\u00f6mer&#8220; allerdings sehr schwer. Der k\u00fcnstlerische Stellenwert dieses Albums mit seinen geschmeidigen Dance-Beats sollte erst sp\u00e4ter erkannt werden. &#8211; Heute ist es l\u00e4ngst ein Kultalbum.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Fernsehen drehte Falco gemeinsam mit den Videoproduzenten Rudi Dolezal und Hannes Rossacher das Falco-Special &#8222;Helden von Heute&#8220;. Es handelt sich dabei um eine k\u00fcnstlerisch erstklassige Verfilmung des gesamten Albums &#8222;Junge R\u00f6mer&#8220; &#8211; gedreht wurde in Deutschland und den USA  &#8211; und ist das erste Longform-Video der deutschen Popmusik. Falco wollte gegen den schleppenden Verkauf des Albums &#8222;Junge R\u00f6mer&#8220; ank\u00e4mpfen und nahm einen neuen Mix von &#8222;Kann es Liebe sein&#8220; im Duett mit der bildh\u00fcbschen D\u00e9sir\u00e9e Nosbusch, bekannt aus Film und Fernsehen, auf. Dieser Single Remix mit deren Produktion Falco nie zufrieden war, verkaufte sich nicht einmal so schlecht, jedoch konnte durch sie auch keine Trendumkehr herbeigef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Falco, der sich zur &#8222;Kommissar&#8220;-Zeit noch l\u00e4ssig mit Lederjacke und Turnschuhen gab, perfektionierte anl\u00e4\u00dflich seines zweiten Albums sein optisches Erscheinungsbild, wodurch er zur gefragten Medienerscheinung wurde. Er lie\u00df sich unz\u00e4hlige Designer-Anz\u00fcge, Dutzende Paar Ma\u00dfschuhe anfertigen und zeigte sich stolz im Frack auf dem Wiener Opernball, was bei vielen zu Irritationen f\u00fchrte und seine Gegner noch mehr gegen ihn aufbrachte. Auch Sprache, Gestik und K\u00f6rpersprache verpa\u00dfte er ein neues Styling. Es handelte sich damals nicht blo\u00df um eine Imagepolitur, Falco lotete aus, wie weit er gehen konnte. Er selbst verstand sich immer als Parodie auf das Establishment, was von vielen Menschen mi\u00dfverstanden wurde. Sie meinten, er habe den Bogen \u00fcberspannt. Zur damaligen Zeit jedenfalls war der klassische Falco voll entwickelt, nun gab und zeigte er sich so, wie ihn seine Fans haben wollten: arrogant, provokant und unnahbar.<\/p>\n<p>Dem \u00fcbersensiblen Hans H\u00f6lzel machten die \u00fcberwiegend negativen Kritiken und niedrigen Plattenverkaufszahlen schwer zu schaffen, in ihm machte sich die Angst breit, da\u00df er all das bisher m\u00fchsam Aufgebaute wieder verlieren k\u00f6nnte, und es wurde ihm klar, da\u00df das n\u00e4chste Album alles entscheiden wird. Er sagte die geplante Tournee ab, zog sich immer mehr zur\u00fcck und bet\u00e4ubte seine schweren Depressionen mit Alkohol und Drogen. Zur Jahreswende 1984\/85 flog er mit einigen Freunden nach Thailand, um von der ganzen Sache etwas Abstand zu gewinnen. Der einmonatige Aufenthalt in Asien war f\u00fcr Falco sehr wichtig, er brachte ihm wieder die innere Ruhe und Ausgeglichenheit, die er f\u00fcr die Arbeit an seiner neuen LP brauchte.<strong><\/p>\n<h5><a href=\"https:\/\/www.falco.at\/#bio\" title=\"Biographie\">>>zur\u00fcck zur BIOGRAPHIE<<<\/a><\/h5>\n<p><\/strong><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines Tages &#8211; es war im Jahre 1980, das den Beginn seines Aufstiegs vom Szene-Bassisten zum internationalen Star markieren sollte &#8211; kam Falco mit einer selbst komponierten und getexteten Nummer zu einer Drahdiwaberl-Probe: &#8222;Ganz Wien&#8220;, ein sp\u00f6ttisches Werk \u00fcber die gerade im Aufschwung befindliche harte Drogenszene, pa\u00dfte aber nicht so recht in das Drahdiwaberl-Repertoire, weshalb [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/245"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=245"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":949,"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/245\/revisions\/949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.falco.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}