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    {"id":264,"date":"2015-10-31T22:59:24","date_gmt":"2015-10-31T22:59:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falco.at\/wordpress\/?page_id=264"},"modified":"2015-11-27T23:16:52","modified_gmt":"2015-11-27T23:16:52","slug":"wendepunkt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.falco.at\/?page_id=264","title":{"rendered":"Wendepunkt"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">Der M\u00e4rz des Jahres 1986 bescherte Falco aber auch noch eine andere Freude: Am 13. M\u00e4rz kam seine Tochter Katharina Bianca zur Welt. Er liebte dieses Kind \u00fcber alles, er hoffte, da\u00df ihm das Kind Halt geben und sein Leben in sichere Bahnen lenken werde. Da ihm seine Junggesellenwohnung in der Wiener Schottenfeldgasse f\u00fcr seine Familie zu klein erschien, kaufte er um viele Millionen ein im Bau befindliches Penthouse im Nobelbezirk Hietzing, das mit jedem nur erdenklichen Luxus ausgestattet werden sollte: Studio, Bibliothek, zwei Terrassen, Whirlpool, Sauna, Armaturen 24kar\u00e4tig vergoldet. Doch zog Falco mit seiner Familie nie ein. Viele Jahre vermietete er die luxuri\u00f6se Immobilie, bis er sie 1997 an seinen Freund und Mentor Ronnie Seunig verkaufte.<\/p>\n<p>Falco wurde in dieser Zeit in eine Doppelrolle gedr\u00e4ngt, n\u00e4mlich in die des frischgebackenen Familienvaters und in die des Weltstars, die im Laufe der Zeit f\u00fcr ihn immer mehr zum Problem wurde, weil das Bild des h\u00e4uslichen Hans H\u00f6lzel nicht zu Falcos Image pa\u00dfte. Der gro\u00dfe berufliche Erfolg und der damit verbundene Druck man\u00f6vrierten Hans H\u00f6lzel wieder einmal in eine schwere Krise, die er mit Alkohol, Drogen und Tabletten zu bew\u00e4ltigen glaubte. Falco: &#8222;Die Midlife-crisis habe ich mit 28 gehabt. Jetzt hast du Millionen, du wei\u00dft zwar nicht, wo oben und unten ist, aber da ist eine Familie mit einem Kind, und du wei\u00dft gar nicht, was du damit anfangen sollst.&#8220;<\/p>\n<p>Hans H\u00f6lzel, der aus kleinen Verh\u00e4ltnissen stammte, hatte gro\u00dfe Schwierigkeiten, seinen pl\u00f6tzlichen Reichtum zu verkraften. Falco, der schon mit 24 Jahren Dollarmillion\u00e4r geworden war, sagte sp\u00e4ter: &#8222;Die schwierigste Zeit meines Lebens war zu der Zeit, wo ich begann, Geld zu verdienen, und zwar Geld in einem Ausma\u00df, das ich mir vorher nicht vorstellen konnte. Geld verdirbt die Menschen und hat auch mich lange Zeit verdorben. Geld verdirbt den Charakter, man glaubt, man ist der Gr\u00f6\u00dfte!&#8220;<br \/>\nFalcos erster Vertrag mit GIG Records lief mit dem Album &#8222;Falco 3&#8220; aus. Eine bessere Ausgangsposition f\u00fcr neue Vertragsverhandlungen, als Falco sie mit einem Welthit hatte, konnte es gar nicht geben, und Falco unterschrieb bei der deutschen Firma Teldec einen Vertrag \u00fcber drei Studio-LPs und einer Live-LP, weil eine gro\u00dfe Firma Falcos Interessen weltweit besser wahrnehmen konnte als ein kleines Label wie GIG Records. Markus Spiegel begn\u00fcgte sich mit der Rolle des Lizenznehmers in \u00d6sterreich. Der neue Vertrag Falcos war mit Sicherheit der h\u00f6chstdotierte, der je mit einem deutschsprachigen K\u00fcnstler abgeschlossen wurde. Falco: &#8222;Der neue Vertrag war so dotiert, da\u00df er mir sehr den Kopf verdreht hat. Man nimmt halt 40 Millionen Schilling, wenn sie einem angeboten werden, aber besonders gut getan haben sie mir nicht!&#8220; \u00dcber sein eigenwilliges Verh\u00e4ltnis zu Geld, Reichtum und Frauen singt Falco in der Coverversion von Rio Reisers &#8222;Geld&#8220;, die sich auf dem posthum erschienenen Album &#8222;Out of the Dark&#8220; befindet.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchsommer des Jahres 1986 machte Falco einen kurzen Ausflug ins Filmgesch\u00e4ft und \u00fcbernahm eine kleine Rolle in der Filmkom\u00f6die &#8222;Geld oder Leber&#8220; mit Mike Kr\u00fcger und Ursela Monn in den Hauptrollen. Gedreht wurde unter der Regie von Dieter Pr\u00f6ttel am W\u00f6rthersee. &#8222;Das war der bestbezahlte Urlaub meines Lebens&#8220;, sagte Falco nach den Dreharbeiten. Es waren noch weitere Filmprojekte mit Falco geplant, jedoch konnten seine schauspielerischen Qualit\u00e4ten nicht \u00fcberzeugen, weshalb man weitere Pl\u00e4ne in diese Richtung fallen lie\u00df.<\/p>\n<p>Falco, der das ganze Fr\u00fchjahr \u00fcber an seinem vierten Album &#8222;Emotional&#8220; &#8211; er produzierte es wieder mit dem Erfolgsduo Bolland &#8211; gearbeitet hatte, ging im Sommer 1986 auf Festspieltournee, die ihn von M\u00f6rbisch \u00fcber Salzburg bis nach Bregenz f\u00fchrte. Er hatte die Idee, Pop und Klassik zu kombinieren, und baute in seine Konzerte einen Auftritt eines Ensembles des Tanztheaters Wien ein, das zur Musik von Tschaikowsky eine rund zehnmin\u00fctige Tanzshow bot. H\u00f6hepunkt dieser Konzertreise war der Open-air-Auftritt vor 20.000 Fans am Salzburger Domplatz.<\/p>\n<p>Nach Abschlu\u00df der sehr erfolgreichen Sommertournee begab sich Falco gleich wieder nach Hilversum ins Studio, um sein Album, dem noch drei Titel fehlten, fertigzustellen. Es kam im Sp\u00e4therbst auf den Markt. Emotional&#8220; war Falcos viertes Album, aber es war sein erstes, wie er meinte, wo er all das sagen konnte, was er immer schon sagen wollte. Im Titelsong &#8222;Emotional&#8220; &#8211; es handelt sich um bitters\u00fc\u00dfe Soulmusik &#8211; singt Falco: &#8222;Ich wei\u00df, da\u00df die Frau, die mich ertr\u00e4gt, noch nicht geboren ist, aber ich bitte dich: Komm zur Welt!&#8220; &#8211; Dieser Schl\u00fcsselsatz brachte es genau auf den Punkt: In seinem Innersten wu\u00dfte Hans H\u00f6lzel, da\u00df es die Frau, die er suchte und brauchte, auf diesem Planeten nicht gab. Hans H\u00f6lzel war zeitlebens auf der Suche nach einer Frau, die seiner Mutter \u00e4hnlich, aber auch nicht zu h\u00e4uslich ist &#8211; jedenfalls mu\u00dfte sie sehr humorvoll sein. Das Zusammenleben mit Falco gestaltete sich schwierig. Seine Stimmungslage konnte von einem Augenblick zum anderen wechseln und bewegte sich nur in Extremen: entweder himmelhoch jauchzend oder zu Tode betr\u00fcbt. Dazwischen gab es bei Hans H\u00f6lzel nichts. Dies machte ihn unberechenbar &#8211; und oft auch sehr einsam. Die Einsamkeit war f\u00fcr ihn eines der schrecklichsten Dinge auf der Welt, denn er war ein Mensch, der nicht allein sein konnte, es aber in Wirklichkeit immer war.<\/p>\n<p>Zu seiner Mutter hatte er bis zu seinem Tod eine sehr liebevolle und innige Beziehung; sie war sein &#8222;Lebensmensch&#8220;. Falco: &#8222;Was ich bei keiner einzigen Frau der Welt noch gefunden habe und bei ihr habe, ist eine einzigartige Loyalit\u00e4t. Aber ich glaube, die hat man auch nur als Sohn bei der Mutter.&#8220; Einige Male sagte er zu ihr: &#8222;Mama, wenn du vor mir stirbst, dann pack&#8216; ich das nicht!&#8220; &#8211; Dieser Schmerz blieb ihm erspart. Im August 1986 packte Isabella ihre Koffer und verlie\u00df mit Katharina Bianca die Wiener Wohnung. Hans konnte Isabella aber dazu \u00fcberreden, wieder zu ihm zur\u00fcckzukommen. &#8211; Ein Szenario, das sich noch mehrere Male wiederholen sollte. Der Song &#8222;Emotional&#8220; war aber nicht infolge des Zerw\u00fcrfnisses mit seiner Frau entstanden, er hatte ihn bereits zwei Monate vorher aufgenommen.<\/p>\n<p>Die Singleauskoppelungen &#8222;The Sound of Musik&#8220;, &#8222;Emotional&#8220; und &#8222;Coming Home&#8220; nahmen in den Charts des deutschsprachigen Raums Spitzenplazierungen ein. Mit seinem neuen Album im Gep\u00e4ck brach Falco im Herbst zu seiner ersten Welttournee auf, die ihn von \u00d6sterreich, Deutschland, Schweiz \u00fcber Japan bis in die USA f\u00fchren sollte. Wegen des gro\u00dfen Ansturms mu\u00dfte Falco in der Wiener Stadthalle ein Wiederholungskonzert geben. In Japan erwartete ihn ein Publikum, das all seine Erwartungen \u00fcbertraf. Hunderte Fans und zahlreiche Groupies belagerten die Hotels, in denen Falco mit seiner Band abgestiegen war, am Bahnhof in Tokio kam es regelrecht zu Verfolgungsjagden. Die japanischen Fans kamen im Abendkleid beziehungsweise mit Anzug und Krawatte und verhielten sich in den Konzerten \u00e4u\u00dferst diszipliniert. Bis zu 5.000 Schilling wurden am Schwarzmarkt f\u00fcr ein Konzertticket geboten. Die M\u00e4dchen warfen unz\u00e4hlige Teddyb\u00e4ren und manche sogar ihre Slips auf die B\u00fchne Ein solch enthusiastisches Publikum wie in Japan hatte Falco vorher und nachher nie wieder erlebt.<\/p>\n<p>Die USA-Konzerte waren f\u00fcr J\u00e4nner bis M\u00e4rz 1987 angesetzt, wurden jedoch kurzfristig verschoben und sp\u00e4ter g\u00e4nzlich abgesagt, weil dem Konzertveranstalter das Risiko zu gro\u00df erschien. Am 20. November 1986 bekam Falco als erfolgreichster deutschsprachiger Pops\u00e4nger des Jahres den &#8222;Goldenen Bambi&#8220; \u00fcberreicht. Au\u00dferdem wurde ihm vom Wiener B\u00fcrgermeister das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien verliehen, wodurch Falco mit seinen 29 Jahren der j\u00fcngste Ordenstr\u00e4ger Wiens wird.<strong><\/p>\n<h5><a href=\"https:\/\/www.falco.at\/#bio\" title=\"Biographie\">>>zur\u00fcck zur BIOGRAPHIE<<<\/a><\/h5>\n<p><\/strong><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der M\u00e4rz des Jahres 1986 bescherte Falco aber auch noch eine andere Freude: Am 13. M\u00e4rz kam seine Tochter Katharina Bianca zur Welt. Er liebte dieses Kind \u00fcber alles, er hoffte, da\u00df ihm das Kind Halt geben und sein Leben in sichere Bahnen lenken werde. 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